“Little Planet” werden die Bilder genannt, auf denen es den Anschein hat, als würde man die Erde oder einen andern winzigen Planeten aus als Miniatur aus dem Weltraum betrachten. Diese Fotomontagen sind relativ einfach zu erstellen. Hier wird dies am Beispiel von Adobe Photoshop demonstriert. Das gleiche Prinzip ist aber auch auf Gimp anwendbar.

Ausgangspunkt für eine Little Planet –Montage ist ein 360° Panoramabild. Ein solches lässt sich im Grund mit jeder Digitalkamera aufnehmen und sich mit Photoshop automatisch zusammensetzen (Menü Datei—> Automatisieren—> Photomerge). Bei der Aufnahme des Panoramas sollte man darauf achten, dass sich die Bildbereiche etwa 30% überlappen. Besonders gut gelingen die Panoramen mit Fisheye-Objektiven. Dieses Panorama ist auf dem Jura-Campus der University of Michigan im Städtchen Ann Arbor aufgenommen.
Hier noch einige Tipps zur Vorbereitung. Je weniger Erde man unterhalb des Horizonts sieht, desto extremer wird die Perspektive verzerrt. Sollte man einmal zu wenig Erde auf einem Bild haben, kann man über das Menü “Bild”—>”Arbeitsfläche” sich einen freien Bereich unten erstellen lassen und den später am fertigen Bild wegretuschieren.
Man sollte beim Panorama auch darauf achten, dass der rechte und linke Bildschirmrand relativ nahtlos zusammenpassen. Gegebenenfalls sollte man es so zuschneiden, dass es optisch passt. Notfalls muss man es später am fertigen Bild mit Retuschewerkzeugen bearbeiten.

Das Panorama wird über “Bild”—>”Bildgröße” zu einem Quadrat gestaucht. Dazu muss das Kästchen “Proportionen beibehalten” deaktiviert sein. Das Panorama sieht nun seltsam aus. Die Perspektive stimmt nicht mehr. Dieser Schritt ist aber nötig, sonst bekommt man als Endergebnis keine Kugel, sondern eine Ellipse.



Nun wird das Bild vertikal gespiegelt, damit die Kugel auch richtig herum gebogen wird. Lässt man diesen Schritt aus, landet der Himmel am Ende in der Mitte anstatt von draußen. Das erinnert etwas an eine Maulwurfsperspektive.


In diesem Schritt lässt man Photoshop das Bild um den Punkt oben in der Mitte herumbiegen. Dazu wird der Verzerrungsfilter “Polarkoordinaten” angewendet. Im Dialogfeld wählt man “Rechteckig –> Polar”. Das Ergebnis ist ein Kreis.
Um den Kreis herum ist nun ein transparenter Bereich. Hat man Photoshop CS5 kann man versuchen, den Himmel automatisch von Photoshop inhaltssensitiv auffüllen zu lassen.
Zum inhaltssensitiven Auffüllen wählt man das Zauberstab-Werkzeug und wählt nun den Bereich im Bild aus, den man auffüllen will. Eventuell kann man die Auswahl über das Menü “Auswahl”—>”Auswahl vergrößern” noch um 2 Pixel erweitern, damit der Übergang nahtloser dargestellt wird.
Wenn der leere Bereich ausgewählt ist, wählt ,man “Bearbeiten”—>”Fläche füllen”. Im Dialogfeld sollte dann “inhaltssensitiv” ausgewählt sein.
Normalerweise sind die Ergebnisse recht brauchbar. In unserem Fall Beispiel hat es leider nicht ganz so gut geklappt. Die Bereiche, in denen Photoshop die Erde in den Himmel projiziert hat, müssen manuell mit dem Stempelwerkzeug (Tastenkürzel “S”) wegretuschiert werden.



Nun ist das Panorama fast fertig. Es fehlen lediglich noch kleinere Anpassungen, je nach persönlichem Geschmack. In diesem Beispiel wurde der unschön verzerrte Weg in der Bildmitte mit dem Stempelwerkzeug wegretuschiert und dafür ein Buchstabe, das Logo des Footballteams der Universität auf dessen Gelände das Panorama aufgenommen worden ist, eingesetzt sowie eine Tonwertkorrektur.


Aktualisiert am 19. Januar 2012
Schlagwörter: Anleitung, Bildbearbeitung, Panorama, Photoshop, Tutorial
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